Dach

Winkelstehfalz (Dachneigung ≥ 25°) Doppelstehfalz (Dachneigung ≥ 3°)

Die Stehfalzsysteme

Die Stehfalzsysteme werden am häufigsten für Dach- und Wandkonstruktionen mit NedZink eingesetzt. Sie lassen sich problemlos und vielseitig ausführen und architektonischen Vorgaben anpassen. Sowohl die Vorprofilierung der Scharen als auch die Montage auf der Deckunterlage sind mit zahlreichen marktgängigen Maschinen schnell und rationell durchzuführen. Dies ist auch im Hinblick auf ein optisches und ästhetisches Erscheinungsbild der fertigen Werkleistung bedeutsam, da hier die Ansprüche von Architekten und Bauherren stetig gewachsen sind. Selbstverständlich ist auch eine rein handwerkliche Bearbeitung möglich.

Der Falzvorgang verbindet die höhere Aufkantung der einen Schar mit der niederen Aufkantung der anderen Schar in zwei Schritten. Dabei bleibt der zweite Schritt beim Winkelstehfalz (Dachneigung ≥ 25°) in einem Winkel von ca. 90° zur Falzaufkantung stehen.

Der Doppelstehfalz (Dachneigung ≥ 3°) muss im fertigen Zustand eine Höhe von mindestens 23 mm aufweisen.

Die hier beschriebenen Stehfalzdeckungen sind in ihren Neigungsgrenzen regensicher. Sie sind nicht dicht und rückstausicher. Auch die An- und Abschlüsse sind im Hinblick auf Flugschnee und Wasserrückstau nicht als dicht zu bezeichnen.

Banddeckung

Die zur Eindeckung nötigen Scharen werden auf Rollformern in einer Regellänge von bis zu 10 m hergestellt. Diese Scharen mit einer Fertigfalzhöhe von 25 mm weisen eine um ca. 70 mm geringere Deckbreite als das flache Band (Coil) auf. Diese Verminderung der Deckbreite wird auch Falzverlust genannt und ist in die Materialermittlung einzubeziehen. Die maschinelle Profilierung bietet weiterhin den Vorteil, dass der zur Querdehnung benötigte Abstand der Scharen am Fußpunkt des Falzes von 3 mm – 5 mm schon berücksichtigt ist.

Falzverlust:

BandbreiteScharbreiteZuschlag
500 mm430ca. 16 %
570 mm500ca. 14 %
600 mm530ca. 13 %
670 mm600ca. 12 %

Querverbindungen

Ist die Sparrenlänge größer als 10 m (Normalschiebehafte) oder im Sonderfall bis 16 m (Langschiebehafte), so sind die Scharen zu teilen und Querverbindungen einzubauen.

Tafeldeckung

Die Eindeckung aus Tafelmaterial bzw. im Tafelformat ist die traditionelle, hergekommene Technik der Eindeckung. Sie ist an vielen historischen Gebäuden zu finden. Heute wird diese Art der Eindeckung hauptsächlich für windbelastete Dächer und bei Turmhelmen eingesetzt. Auch in der Denkmalpflege kommt diese Art der Falzeindeckung nahezu ausschließlich zur Ausführung. Die erforderlichen Querstöße werden versetzt angeordnet (Spiegeldeckung), um Verdickungen an den Kreuzungspunkten zu vermeiden. Durch kleinere Einzelformate und zahlreiche Querverbindungen ist die Tafeldeckung erheblich aufwändiger in der Erstellung als die Banddeckung.

Hinterlüftung und Trennlage

Bei wärmegedämmten Dächern muss sich unter der Holzschalung ein mit Außenluft belüfteter Luftspalt befinden. Trennlagen sind nach Erfordernis der VOB und Fachregeln der Gewerke einzubauen.

QuerverbindungDachneigungDetail
Querverbindung≥25°
Querfalz mit Zusatzfalz≥10°
Gefällesprung≥3°
Aufschiebling≥3°
Doppelter Querfalz nur bei Tafeldeckung≥7°

Befestigung

siehe Klempnerfachregeln des ZVSHK

Traufanschluss

Der Traufanschluss der Eindeckung ist so auszuführen, dass die thermisch bedingten Längenänderungen der Eindeckung sicher aufgenommen und eine regensichere Funktion der Niederschlagsableitung über die Traufkante hinweg gewährleistet ist.

Die Dacheindeckung wird in einen Traufstreifen, welcher gleichzeitig die Funktion eines Inneneinlaufbleches erfüllen kann, mit ausreichendem Dehnungsabstand eingehängt. Dies ist auch bei der Bemessung des Umschlages am Scharenende zu berücksichtigen. Der Traufstreifen wird in der Regel von einem untermontierten Vorstoßblech aus NedZink oder verzinktem Stahlblech stabilisiert. Bei flachen Dachneigungen ≤7° sollte die Traufbohle ca. 5 mm tiefer als die Dachfläche angeordnet werden, um Pfützenbildung zu vermeiden.

Als Endung der Falze an der Traufe stehen mehrere Ausführungen zur Verfügung:

  • stehend gerade
  • stehend schräg
  • stehend rund/geschweift

First/Gratanschluss

Diese Anschlusspunkte müssen mehreren Anforderungen genügen: Ästhetik: Form und Abmessung bestimmen das Gesamtbild des Daches entscheidend mit. Hinterlüftung: Bei hinterlüfteten Konstruktionen sind First/Grat als Entlüftungsdetail von großer Bedeutung. Schnee: Die Ausführung muss das Eintreiben von Flugschnee sicher verhindern.

First/Grat ohne Entlüftungsfunktion:

Gratfalz als Doppelstehfalz : Diese historisch überkommene Ausführung ist wegen falz- und ausdehnungstechnischer Nachteile nur für Kleinflächen zu empfehlen.

Aufgeschobene Gratkappe:

An den beiden Dachflächen wird die Aufkantung mit einer rechtwinkligen Wasserfalz versehen. Die Gratkappe wird dann aufgeschoben. Diese Konstruktion bietet neben einem schlanken Erscheinungsbild eine gute Ausdehnungsfreiheit der Scharen und der Gratkonstruktion.

Grat mit Holzleiste:

Der Holzkern bietet die Möglichkeit einer stärkeren Profilierung und gerader Ausrichtung. Der Einbau zusätzlicher Hafte wird vereinfacht.

First/Grat mit Entlüftungsfunktion:

Siehe unter: “Detail” Die Konstruktion ist flugschneesicher, entlüftungssicher und mit eigener Unterkonstruktion auszuführen. Diese Unterkonstruktion erfolgt in der Regel aus Holz in Zimmerarbeit. Es ist zu beachten, dass weder Flugschnee- noch Insektensicherungen (Lochbleche) die freie Entlüftungsöffnung unter das geforderte Maß absenken.

Anschluss an das First/Gratdetail:

Siehe unter: “Detail” Der Anschluss aus der Dachfläche heraus in die Senkrechte kann auf verschieden Weisen erfolgen:

Umgelegter Stehfalz:

Der Stehfalz wird ca. 150 mm vor der Aufkantung niedergelegt und dann mit der Scharfläche in die Senkrechte „aufgebogen“. Um Schäden zu vermeiden, ist beim Biegen auszurunden mit etwa 20 – 30 mm. Dies kann z. B. mit einem geschlitzten, aufgeschobenen Rohr über die Deckzangenwange geschehen. Beim Grat ist in Gefällerichtung niederzulegen.

Eingeschnittene Quetschfalte:

Der Einsatz dieser Variante richtet sich nach den Vorgaben:

  • Dachneigung >7°
  • kein stehendes Wasser auf der Dachfläche

Nicht eingeschnittene Quetschfalte:

Für alle Neigungsbereiche einsetzbar

Ortgang

Neben gestalterischen Aspekten sind die ggf. im Ortgangbereich verstärkt auftretenden Windsogkräfte zu berücksichtigen.

Der Ortgang ist mehrteilig auszuführen.

  • Ortgangschar ohne/mit Holzleiste
  • Vorstoßblech der Ortgangblende
  • Ortgangblende
    Diese in der einfachsten Ausführung notwendigen drei Hauptelemente können aus gestalterischen oder befestigungstechnischen Gründen erweitert werden. Gängige Ausführungsarten sind
  • Ortgang mit Winkelfalz
  • Ortgang mit Holzleiste
    Die Gestaltung der Blende ist mit verschiedenen Verbindungsarten ausführbar, wobei hier der
  • Winkelstehfalz und der
  • einfache Einhangfalz
    häufige Anwendung finden.

Kehlen

Form und Ausführung von Kehlen sind abhängig von der Kehlneigung und der Kehllänge. Da die Kehlneigung geringer als die der Dachfläche ist, sind die konstruktiven Vorgaben schon während der Planung zu berücksichtigen.

Flach geneigte Kehlen sollten vorzugsweise aus Bändern hergestellt werden.

Gängige Kehltypen:

  • vertiefte Kehle
  • Kehle mit Zusatzfalz
  • Kehle mit Einfachfalz

Anschlüsse an aufgehende Bauwerksteile

Die seitlichen Anschlüsse an aufgehende Bauwerksteile sind passend zu Material und Ausführungsweise dieser Bauwerksteile vorzusehen.

Häufig vorkommende Ausführungen:

Auf-Wand-Montage mit einer Pressschiene

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Versiegelung der Oberkante mit eingelegtem Dichtband und Dichtungsmasse erfolgt. Die Dichtungsmasse ist als Pflegefuge zu betrachten und von Zeit zu Zeit zu kontrollieren.

Kappleiste in Fuge

Die Befestigung kann in der Fuge (z.B. durch Bleikeile) oder mit Haken/Schrauben erfolgen. Die Fugentiefe sollte ein Maß von ca. 40 mm nicht überschreiten, da sonst in Verbindung mit Dauerfeuchte eine Alkalienkorrosion durch den Fugenmörtel entstehen kann.

Kappleiste mit Putzleiste

Diese Ausführung ist gängig bei vorausgehenden Putzarbeiten oder Vollwärmeschutz. Die Putzleiste ist von oder in Zusammenarbeit mit dem Putzer/Stuckateur vorher anzubringen. Nach Abschluss der Putzarbeiten kann dann mit einer eingehängten Putzleiste angeschlossen werden.

Das Leistensystem

Das Leistensystem ist für alle Dächer mit einer Dachneigung von minimal 3° geeignet. Das Leistendach aus NedZink besteht aus beidseitig aufgekanteten Zinkbahnen (Scharen), die durch trapezförmige Holzleisten getrennt sind. Diese Holzleisten werden mit Leistenkappen abgedeckt. So entsteht das charakteristische und gewissermaßen robuste Aussehen des Leistendaches. Die Abmessungen sind in den Klempnerfachregeln des ZVSHK festgelegt.

Das Leistendach

Spezifikation der Standardprofile

Standard-Leistenbahn

Schar:
Scharbreite: max. 890 mm mit 2 Aufkantungen von je 55 mm
Zuschnittbreite: max. 1000 mm
Standardlänge: 3000 mm
Materialdicke: 0,70 – 1,00 mm

Standard-Leistenkappe
Querschnittabmessungen: 65 x 25 mm
Standardlänge: 3000 mm
Materialdicke: wie bei der Leistenbahn

Traufblech
Breite: 330 mm
Materialdicke: wie bei der Leistenbahn
Das Traufblech wird vom Handwerker angefertigt.

Streifenhafte

Breite: 50 mm
Länge: >220 mm
Materialstärke: wie bei der Leistenbahn Die Streifenhafte werden vom Handwerker angefertigt. Die Länge muss etwas Übermaß haben. Sie wird dann beim Anbringen auf das richtige Maß geschnitten (siehe auch “Montage”).

Holzleiste

Ist im Holzfachhandel erhältlich. Die Holzleisten müssen gerade und maßgenau sein.

Maßanfertigung

Anschlussprofile und abweichende Leistenkappen und Leistenbahnen (Scharen) sind auf Anfrage lieferbar.

Unterkonstruktion

Das Leistendach muss vollständig von einer Holzschalung getragen werden, die vorzugsweise aus ungehobelten Schalbrettern von 23 – 25 mm Dicke ohne Nut und Feder besteht. Die Schalbretter dürfen bei einer Dachneigung bis zu 40° Abstände bis zu 5 mm aufweisen. Bei einer Dachneigung über 40° dürfen die Bretter bis 10 cm auseinander liegen. Unter einer Verbindung von Zinkscharen muss sich stets Holz befinden.

Hinterlüftung und Trennlage

Leistenkonstruktionen können sowohl als hinterlüftete und auch nicht hinterlüftete Dächer erstellt werden.Trennlagen sind nach Erfordernis der VOB und Fachregeln der Gewerke einzubauen.

Das Rautensystem

Das Rautensystem, gefertigt aus NedZink für Bedachungen, ist ausgesprochen repräsentativ. Dieses System findet bei der Eindeckung und Bekleidung von großen und kleinen Flächen Verwendung. Normalerweise beträgt die minimale Dachneigung 25°, wenn aber der Scheitelwinkel der Raute gelötet ist, dann sind 18° Dachneigung möglich.

Das NedZink-Standard-Rautensystem besteht aus gleichgestalteten, gekanteten Blechteilen, die ineinander gehakt werden. Die am meisten verwendete Form einer Raute ist das Quadrat, während auch Rechteck und Rhombenform regelmäßig vorkommen. Das Decken und Bekleiden leicht gebogener Flächen lässt sich mit Rauten gut ausführen. Die eingehakten Rauten bilden ein Mosaik aus gleichgeformten Flächen mit vertikal und horizontal verlaufenden Diagonalen.

Das Rautendach

Standard Raute quadratisch

TypHöhe SichtflächeBreite SichtflächeMaterialdicke Menge pro m°MindestDachneigungOberflächen
1220-510mm220-510mm0,7 – 1,00mm10°NATUREL, NOVA, NOIR
2260mm260mm0,7mm14,13 Stk10°NATUREL, NOVA, NOIR
3266mm266mm0,7mm14,13 Stk10°NATUREL, NOVA, NOIR
4330mm330mm0,7mm9,18 Stk10°NATUREL, NOVA, NOIR
5420mm420mm0,7-0,8mm5,89 Stk10°NATUREL, NOVA, NOIR
6510mm510mm0,8-1,00mm3,85 Stk10°NATUREL, NOVA, NOIR


Standard Raute Rhombus

Typ HöheSichtflächeBreite SichtflächeMaterialdicke Menge pro m° MindestDachneigungOberfläche
1VariabelVariabel0,7-1,00mm10°NATUREL, NOVA, NOIR
2302mm210mm0,7mm26,74 Stk10°NATUREL, NOVA, NOIR

Standard-halbe-Raute

Zum oberen oder unteren Abschluss von Dachflächen können halbe Rauten der Standardabmessungen geliefert werden.

Profile

Das Aufmaß des unteren Abschlussprofils, der Anschlussprofile und dergleichen hängt von den Maßen vor Ort ab; sie können vom Klempner selbst angefertigt werden oder sind als Maßarbeit in Längen von 3 Metern lieferbar.

Unterkonstruktion

Das Rautendach muss vollständig von einer Holzschalung getragen werden, die vorzugsweise aus unbearbeiteten, ungehobelten Schalbrettern von 23 – 25 mm Dicke ohne Nut und Feder besteht.

Bei einer Dachneigung bis zu 40° dürfen zwischen den Schalbrettern Spalte bis 10 mm klaffen. Bei einer Dachneigung über 40° dürfen die Bretter bis 10 cm auseinanderliegen, wobei im Bereich eines Haftes stets Holz in ausreichendem Maße vorhanden sein muss.

Belüftung

Bei wärmegedämmten Dächern ist ein mit Außenluft belüfteter Luftspalt zwischen der Wärmedämmung und der tragenden Holzschalung erforderlich.