Deckunterlagen

Die Deckunterlage in Verbindung mit der Verarbeitung von NedZink im Hochbau bezeichnet die direkt unter dem Metall angeordnete Schicht der Unterkonstruktion, welche die Metallhaut trägt und die Befestigungsmittel aufnimmt.

Weiterhin sind der Deckunterlage andere Aufgaben zugeordnet, wie z.B.:

  • Aufnahme von Windsogkräften
  • Aufnahme der Kräfte aus dem Eigengewicht der Eindeckung
  • Aufnahme von Druckkräften wie z.B. Schneelasten
  • Bauphysikalische Aspekte wie z.B. die „Pufferwirkung“ von Feuchte-Einträgen
  • Brandschutztechnische Anforderungen

Die Deckunterlage muss in Verbindung mit der sie tragenden Unterkonstruktion so ausgeführt sein, dass einwirkende Lasten nach DIN 1055 „Lastannahmen für Bauten“ und DIN 18339 „Klempnerarbeiten“ sicher aufgenommen werden.

 

Zoom

Arten von Deckunterlagen für Falzarbeiten


Falzarbeiten in Klempnertechnik mit NedZink werden in der Regel mit 0,70 mm, in Sonderfällen mit
0,80 mm oder 1,00 mm dicken Blechen und Bändern ausgeführt. Da es sich hierbei um Dünnbleche handelt, sind diese Eindeckungen nicht selbsttragend und benötigen eine vollflächige, biegesteife Deckunterlage. Darüber hinaus ist der Einsatz von Systemprofilen und -scharen als formstabile Einheit möglich (z.B. NedZink System). In diesen Fällen ist eine Lattung ausreichend. Einen weiteren Bereich stellen die nichtbelüfteten Konstruktionen in ihren vielen verschiedenen Ausprägungen dar. Im Weiteren soll von den gebräuchlichsten Deckunterlagen für belüftete Konstruktionen und nicht belüftete Konstruktionen mit weicher Wärmedämmung die Rede sein.

Holzschalung


Die weitaus häufigste Art der Deckunterlage in der Praxis ist die Brettholzschalung. Zum Einsatz kommen ungehobelte, parallel besäumte Bretter aus Nadelholz in lufttrockenem Zustand. Die gute Eignung von Holzschalung beruht auf ihrer leichten Verarbeitbarkeit, positiven bauphysikalischen Eigenschaften, einfachen Befestigungstechnik und flexiblen Einsetzbarkeit. Die Anforderungen legen DIN 18334 „Zimmerer- und Holzbauarbeiten“ und DIN 4071 fest:

Sortierklasse: S 10
Mindestdicke: 24 mm
Maximale Breite: 160 mm


Die in der Praxis üblichen Abmessungen sind:

Dicke: 24 mm; 30 mm
Brettbreite: 80 mm – 140 mm


Erhöhte Brettdicken können gefordert sein, wenn durch höhere Belastungen, z.B. Windsoglasten bei großen Gebäudehöhen, längere Befestigungsmittel verwendet werden müssen. Das Gleiche gilt für große Spannweiten der tragenden Unterkonstruktion.

Die Brettbreiten sind auf die angeführten Größen beschränkt, um mögliche Aufschüsselungen bei großen Breiten während der Austrocknung des Holzes zu vermeiden. Es ist darauf zu achten, Holz mit geringerer Feuchte als 20 Massenprozent mit der Kernseite nach oben zu verlegen.

Für Konstruktionen mit NedZink können Spalten von 5 – 10 mm zwischen den Brettern offen bleiben.

Die Köpfe der Befestigungsmittel (Nägel; Stifte) sind ausreichend zu versenken.

Die Verlegerichtung der Schalung sollte rechtwinklig zur Richtung der Eindeckung erfolgen. Ist dies nicht möglich, ist ein spitzer Winkel zur Traufe anzustreben. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Befestigungsmittel der Eindeckung auf Brettfugen zu liegen kommen oder für die jeweilige Schar gänzlich in einer einzigen Brettlänge befestigt sind.

 

Baufurniersperrholz BFU


BFU-Platten werden aus mindestens drei Furnierschichten kreuzweise verleimt hergestellt. Durch hohe Eigenstabilität und relativ großflächige Lieferformen bieten sich BFU-Platten als Deckunterlage bei erhöhten Anforderungen an; wie z.B. große Sparrenabstände oder komplizierte Flächenaufteilung.

Es kommen Platten nach DIN 68705 vom Typ BFU(-BU) 110 G zum Einsatz. Die einzusetzende Mindestdicke richtet sich nach der Länge der verwendeten Befestigungsmittel.

Es wird eine Mindestdicke als Nenndicke von min. 22 mm empfohlen.

Die jeweils geforderte Nenndicke kann je nach Erfordernis (z.B. gerundete Flächen) auch durch mehrere Lagen dünner BFU-Platten erreicht werden.

Nicht unterstützte Plattenfugen sind zur Kraftübertragung in Nut-/ Federtechnik auszuführen. Die Platten sind im Kreuzverband zu verlegen. Kreuzstöße sind nicht zulässig.

Die Längendehnung der Platten ist zu berücksichtigen und mit geeigneter Fugenbreite aufzufangen.

Durch das Oberflächenverhalten und den geringen Fugenanteil von verlegten BFU-Platten ist die Deckunterlage im Gegensatz zur Holzschalung nicht in der Lage, Feuchte zu „puffern“. Es ist daher in Verbindung mit NedZink immer eine strukturierte, abstandhaltende Trennlage unterhalb des Metalls einzubauen.

Oriented Strand Boards OSB

OSB-Platten werden aus langen ausgerichteten Spänen im Leimverfahren hergestellt. Durch die Ausrichtung der Späne ist das Biegeverhalten in Längs- und Querrichtung unterschiedlich.

Es kommt der Plattentyp OSB/3 als Deckunterlage zum Einsatz.

Bei Einsatz als Deckunterlage für NedZink ist immer eine strukturierte und abstandhaltende Trennlage einzubauen. Zu Mindestdicke und Oberflächenverhalten gilt das für BFU-Platten Gesagte.


Mineralisch gebundene Spanplatten

Werden an die Konstruktion erhöhte Brandschutzanforderungen gestellt, können mineralisch gebundene Spanplatten der Baustoffklassen B1, A2 als Deckunterlage mit NedZink eingesetzt werden. Diese Spanplatten weisen durch ihre mineralische Bindung (z.B. Zement) einen erhöhten Widerstand gegen Brandbelastung und ein stabileres Feuchteverhalten als herkömmliche Spanplatten auf. Sie sind in der Regel nicht stabil gegen Schlagbelastung. Die Befestigungsmittel sind darauf abzustimmen.

Die Hafte sind mit geeigneten Nieten zu befestigen.

Beim Einsatz als Deckunterlage für NedZink ist immer eine strukturierte, abstandhaltende Trennlage einzubauen. Anderenfalls besteht die Möglichkeit des dauerhaften Verbleibs von Feuchte hinter dem Metall, da die Aufnahmefähigkeit der Platten sehr beschränkt ist.

 

Beton und Naturstein

Bei kleinteiligen Flächen und Abdeckungen, insbesondere bei denkmalpflegerischen Arbeiten, kann die Verlegung von NedZink auf einer Deckunterlage aus Stein oder Beton erforderlich sein. Dies gilt vor allem unter dem ästhetischen Aspekt einer möglichst geringen Aufdickung der Metallabdeckung beim Wetterschutz für Natursteinarbeiten.

Zu beachten ist die ausreichende Erhärtung bzw. Abbindung vor Montage der NedZink Profile. Die Oberflächen müssen glatt und staubfrei sein.

Um schädigende Einflüsse wie z.B. Alkalien aus der Deckunterlage zu vermeiden, ist in Verbindung mit NedZink immer eine geeignete Trennlage einzubauen. Dabei kann bei kleineren Flächen auf die
abstandhaltende Funktion verzichtet werden.

Die Befestigung der Metallarbeit kann mechanisch z.B. mit Dübeln / Schrauben oder unter Verzicht auf eine Trennlage mit geeigneten Klebern erfolgen.


Dämmstoffe

Dämmstoffe als Deckunterlage werden bei nicht belüfteten Konstruktionen in verschiedenen Materialien und Formen eingesetzt. Diese Konstruktionen sind grundsätzlich auch mit NedZink ausführbar. Da es sich hierbei um objektbezogene Konstruktionen mit einem Anteil an Beratungstätigkeit handelt, bitten wir um direkte Anfrage an unsere Anwendungstechnik.

 

Trapezprofile

Bei erhöhten Brandschutzanforderungen nach A1 im steil geneigten oder senkrechten Bereich können Trapezprofile aus Stahl oder Aluminium als Deckunterlage zum Einsatz kommen.

Zu beachten ist, dass die Trapezprofile die zu montierende NedZink Bekleidung nicht in der ganzen Fläche unterstützen. Ausreichender Korrosionsschutz der Bleche ist nach DIN 55928 sicherzustellen.

Die Befestigung der Hafte der Metallbekleidung erfolgt mit Nieten oder Schrauben.

 

Unterkonstruktionen für Fassadensysteme

Für werkseitig vorgeformte Fassadenmontageprofile stehen verschiedene Unterkonstruktionssysteme aus Metall (verzinkter Stahl / Aluminium) und Holz zur Verfügung.

Die Funktionsweise ist unterschiedlich (z.B. Konsolsysteme / Z-Profile), dient aber immer mehreren Aufgaben:Aufnahme der Wärmedämmung

  • Hinterlüftung
  • Sichere Befestigung gegen statische und Windsoglasten
  • Aufnahme und Befestigung der NedZink Bekleidung

Die Systeme und die dafür geeigneten Befestigungsmittel sind in der Regel als nicht brennbar eingestuft.

Eine objektbezogene Beratung unter Berücksichtigung der jeweiligen Herstellervorgaben ist bei Einsatz der Systeme notwendig.